Servus Sprechstunde

Kostenlose Servus-Sprechstunde

Wie ist das Konzept gedacht?

Eigentlich für alle Hunde die zum ersten mal zur Behandlung zu uns kommen. Insbesondere aber für Welpen und Junghunde, die bisher noch kaum (positive oder negative) Erfahrungen mit tierärztlichen Behandlungen gemacht haben. Ihr Hund soll die Möglichkeit haben ohne Behandlung einfach mal „Hallo hier bin ich, wer seid Ihr“ sagen zu können. Wichtig ist, dass Ihr Hund ohne Angst und mit einem positiven Eindruck „War ja eigentlich echt nett bei denen!“ wieder geht.

Wie läuft die Sprechstunde ab?

Bei dieser Art der Sprechstunde kommen Sie mit Ihrem Hund, nach vorheriger telefonischer Absprache in unserer Praxis zum Servus sagen vorbei. Hierbei kann sich Ihr Hund, soweit er möchte, gerne durch den gesamten Praxisbereich schnuppern, sich mit unsrem Personal anfreunden und vertraut machen, sich schmackhafte Leckerlies und verdiente Streicheleinheiten abholen.

Diese Sprechstundentermine sind kostenfrei!


Angstfreie Helden

Angstfreie-Helden-Sprechstunde

Was ist das?

Bei der „Angstfreie-Helden-Sprechstunde“ handelt es sich um spezielle Sprechstundentermine für Hunde.

Sie ist für Hunde mit bereits bekannter Angst vor Tierarztpraxen und Tierärzten gedacht.

Bei diesen Terminen findet eine auf verhaltenstherapeutischen Ansätzen basierende Gewöhnung Ihres Hundes an die angstauslösenden Faktoren statt.

Das Ziel ist, dass Ihr Hund es irgendwann gar nicht mehr erwarten kann durch die Tür zu kommen um von uns geknuddelt und mit seinen Lieblingsleckerlis verwöhnt zu werden.

Wie läuft die Sprechstunde ab?

Für die Angstfreie-Helden-Sprechstunde bekommen Sie einen extra Termin bei uns. Dieser ist so gewählt, dass keine anderen Tiere in der Praxis sind. Wir besprechen schon vorher ausführlich mit Ihnen, wovor Ihr Liebling sich besonders fürchtet, was für schlechte Erfahrungen er/sie vielleicht schon gemacht hat, aber auch, was noch ohne Stress und Angst möglich ist.

Bitte beachten Sie, dass wir dem Sinn der Angstfreien – Helden – Sprechstunde entsprechend bei diesen Terminen, Behandlungen und/oder Beratungen durchführen. Dafür benötigen Sie einen regulären Sprechstundentermin.


Was macht eine angstfreie Praxis so besonders?

Fear Free - 10 Unterschiede zu einem "normalen" Tierarztbesuch

Was macht eine Fear Free zertifizierte Praxis so einzigartig für Sie und Ihr Tier? Uns ist vor allem wichtig, dass Ihr Liebling sich darauf freut und keine Angst hat, zum Tierarzt zu gehen.

Es bedeutet nicht unbedingt, dass Ihr Haustier niemals eine unkomfortable Situation beim Tierarzt erleben wird – es ist ggf. krank oder verletzt, wenn es zu uns kommt. Dafür ist es unser Ziel, den Stress und die Angst die durch einen Tierarztbesuch entstehen können, z.B. bei der Untersuchung oder Behandlung, auf ein Minimum zu reduzieren.

Hier 10 Dinge, die Ihrem Tier helfen, einen entspannten Tierarztbesuch zu erleben – von der Ankunft bis Verlassen der Praxis:

  • Entspanntes Warten: Wir verfügen über getrennte Wartezimmer, sodass z.B. Katzen beim Warten nicht dem Stress ausgesetzt sind, neben einem großen Hund zu sein. Zusätzlich bieten wir Ihnen die Option im Auto oder draußen im Freien mit Ihrem Liebling zu warten. Wir werden sie dann rechtzeitig kontaktieren/hereinholen, sodass sie direkt in den Behandlungsraum gehen können.
  • Bequemes Warten: Wir bieten Ihren Tieren eine bequeme Unterlage während der Wartezeit an bzw. erhöhte Abstellmöglichkeiten für Katzenkörbe, sodass Ihr Liebling nicht mehr auf dem kalten, glatten Boden sitzen/stehen muss.
  • Beruhigende Umgebungsluft: Über bestimmte Pheromone- und Aroma-Verstäuber, die beruhigende Substanzen in der Luft verteilen und tierfreundliche Musik sorgen wir zusätzlich für Entspannung bei Ihrem Haustier – und vielleicht ja auch bei Ihnen 🙂
  • Vermeidung von Augenkontakt: Unser Team wird den Augenkontakt mit Ihrem Tier vermeiden und sich stattdessen auf Sie als Besitzer konzentrieren. So fühlt sich Ihr Liebling weniger gestresst und hat genügend Zeit sich an die Umgebung und die Praxismitarbeiter zu gewöhnen.
  • Leckerchen machen Freude/Freunde: Haben Sie einen Termin zu einem Routine-Check oder einer Impfung? Bringen Sie Ihr Tier gerne hungrig mit. Wir werden ihn mit geeigneten Leckerlies versorgen, sodass es die Tierarztpraxis, Untersuchungen und ggf. Behandlungen mit etwas Positiven verbinden wird.
  • Beruhigende Farben: Helle weiße Farben können beängstigend auf Tiere wirken. Gedecktere Farben haben dagegen eine beruhigende Wirkung für Ihren Liebling. Wir tragen daher Kleidung in diesen Farben und gestalten die Umgebung entsprechend.
  • Spielerisch den Tierarzt mögen lernen: Zusätzlich zu den Leckerlies, wenden wir andere Methoden zur Ablenkung Ihres Tieres an. Zum Beispiel verschiedene Spielzeuge, damit Ihr Tier sich wohler fühlt.
  • „Pfötchen halten“ erlaubt: Wann immer es möglich ist, möchten wir ermöglichen, dass Sie bei den Untersuchungen und Behandlungen Ihres Tieres dabei sind. So kann sich Ihr Liebling zusätzlich Sicherheit durch Ihre Anwesenheit holen.
  • Darf’s was zum Entspannen sein? Wenn immer benötigt, geben wir Ihrem Tier gerne ein Mittel zur Beruhigung, damit es entspannt die Autofahrt oder den Aufenthalt in der Praxis mehr genießen kann und weniger Stress erfährt.
  • Empathisches Miteinander: Unsere Praxismitarbeiter sind darauf geschult, die emotionalen Reaktionen Ihres Tieres frühzeitig zu erkennen und bedarfsgerecht darauf zu reagieren, sodass Ihr Liebling rundum versorgt ist und so wenig Stress und Angst empfindet wie möglich. Zusammen mit allen anderen Techniken wird es jeden weiteren Tierarztbesuch zu einem angenehmen Ausflug machen.


Wie bringe ich mein Tier entspannt zum Tierarzt?

Angenehme Reise zum Tierarzt und wieder zurück

Wie Sie es schaffen können, dass Ihr Liebling entspannt zu uns in die Praxis kommt, verraten wir Ihnen mit den folgenden Tipps:

  • Ihr Hund sollte freiwillig in ein Auto bzw. in eine Transportbox steigen und bei Bedarf gerne ein Geschirr für den Sicherheitsgurt tragen. Sollte es nötig sein, können Sie vor der Fahrt beruhigende Mittel oder Medikamente nach Anweisung Ihres Tierarztes eingeben.
  • Katzen sollten erst eine ruhende, entspannte Position in Ihrer Transportbox eingenommen haben, bevor Sie ins Auto getragen werden.
  • Laufen Sie mit Ihrem Hund an der Leine zum Auto. Katzen und kleine Hunde können schon im Haus in Ihre Transportbox und dann zum Auto getragen werden.
  • Wenn Sie Ihr Tier in einer Transportbox mitnehmen, versuchen Sie die Bewegungen der Box minimal zu halten. Unterstützen Sie den Boden der Box beim Tragen mit einer Hand und drücken Sie eine Seite an Ihren Oberkörper, als wenn Sie ein wertvolles Geschenk in den Händen halten. Das hilft Ihrem Tier sich sicherer zu fühlen. Vermeiden Sie dabei, dass Ihr Tier in Augenkontakt mit anderen Tieren oder Personen gerät, wenn Sie in die Praxis eintreten oder sich im Wartezimmer befinden.
  • Bereiten Sie Ihr Auto so vor, dass es eine entspannte Umgebung für Ihr Tier ist:
    Spielen Sie nur ruhige Musik (ggf. sogar für Hunde/Katzen komponierte Musik) oder ein ruhiges Hörbuch
    Verteilen Sie beruhigende Pheromone oder Duftstoffe wie Lavendel. 6 bis 8 Pumpstöße eines Pheromons oder 2 bis 3 Stöße eines verdünnten Lavendel-Duftstoffs sind dabei ausreichend. Verteilen Sie dies ca. 10 bis 15 min bevor Sie Ihr Tier ins Auto
    Wärmen oder Kühlen Sie ihr Auto auf eine angenehme Temperatur auf bzw. ab, bevor Sie Ihr Tier ins Auto lassen.
  • Sichern Sie die Transportbox während der Fahrt ordentlich:
  • Ein rutschfester Untergrund sollte unter der Box oder auf dem Sitz gegeben sein
  • Legen Sie ein mit Pheromonen bestäubtes Handtuch oder Decke über die Transportbox. Lassen Sie dabei eine Seite offen für eine gute Luftzufuhr.
  • Der Boden hinter dem Beifahrersitz ist der sicherste Ort für eine kleine Transportbox.
  • Sichern Sie große Transportboxen vor einem Verrutschen während der Fahrt
  • Vermeiden Sie gehetzt oder in Eile zu wirken. Wenn Sie gestresst sind, wird Ihr Tier dies merken und ebenfalls gestresst sein.
  • Um Übelkeit Ihres Tieres zu vermeiden, fahren Sie langsam vom Parkplatz an. Halten Sie genügend Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen, um abrupte Bremsungen zu verhindern. Fahren Sie langsam in die Kurven und bremsen bis zum Stehen langsam und vorsichtig ab.
  • Sprechen Sie ihr Tier nur mit ihrer normalen, ruhigen Stimme Verstellen Sie diese nicht. Wenn Sie ruhig, entspannt und glücklich sind, wird ihr Tier es auch sein.
  • Katzen benötigen ca. 5 bis 10 Minuten bis sie sich an Ihre neue Umgebung gewöhnt haben und sich sicher fühlen. Wenn Sie bis zu Ihrem Termin warten müssen, stellen Sie die Transportbox auf einer erhöhten Fläche ab und verdecken Sie die Front und die beiden Seiten mit einem Tuch ab (ggf. mit Pheromonen eingestäubt).
  • Je nachdem wie sich Ihr Hund am wohlsten fühlt, warten Sie im Auto, machen Sie einen kleinen Spaziergang nahe der Praxis oder warten Sie im Wartezimmer für Hunde. Sagen Sie der Anmeldung einfach Bescheid, wo Sie sich während der Wartezeit aufhalten werden. Wir informieren Sie dann rechtzeitig, wenn Sie in den Behandlungsraum eintreten können.

Wie Sie das Ankommen zurück nach Hause angenehm für Ihr Tier gestalten können, verraten wir Ihnen mit folgenden Tips:

  • Bieten Sie einen sicheren Hafen an: Wenn Ihr Tier eine Sedation bekommen hat oder sich aus anderen Gründen nicht zu 100 Prozent fit fühlt, bieten Sie ihm einen Rückzugsort an, an dem es sich sicher fühlt und ohne andere Tiere oder auch Kinder um sich herum entspannen kann. Dies kann eine Transportbox, ein eigenes Gehege oder ein eigener Raum sein. Sobald es wieder fit und bei vollem Wohlbefinden ist, kann wieder in den häuslichen Alltag eingebunden werden.
  • Sollten Sie mehrere Haustiere zu Hause haben, kann es sein, dass das Tier was vom Tierarzt, Hundefriseur oder Therapeuten nicht gleich wieder angenommen wird, da es ggf. anders riecht oder aussieht, z.B. nach einer Rasur für eine weiterführende Untersuchung oder OP. Eine negative Wiederankunft kann eine langanhaltende schlechte Erinnerung hervorrufen. Es kann passieren, dass 2 Katzen auf einmal nicht mehr mit einander auskommen. Das wollen wir vermeiden.
  • Managen Sie die Wiedereingliederung, in dem Sie die anderen Haustiere an einer Leine halten, in einem anderen Raum absondern, hinter einem Babygitter oder in einer Transportbox lassen (wenn sie dafür trainiert sind). Das beugt vor, dass Ihre anderen Tiere auf den Heimkehrer stürzen.
  • Vermischen Sie ihre Gerüche: Gerüche sind wichtig für unsere Haustiere, insbesondere Katzen erkennen sich so wieder. Katzen und Hunde können sensibel auf nicht gewohnte Gerüche reagieren, z.B. Desinfektionsmittel oder Pflegeprodukte. Lassen Sie zu, dass sich Ihre Tiere gegenseitig riechen können, z.B. durch die geschlossene Tür oder hinter einem Babygitter. Sie können auch Ihre Gerüche vermischen, indem Sie ein trockenes Kleidungsstück oder Handtuch an Ihrem Tier sanft reiben oder es daran reiben lassen. Nehmen Sie dieses Stück dann zu allen Tieren in Ihrem Haushalt und wiederholen es bei jedem Einzelnen. Zum Schluss lassen Sie es in der häuslichen Umgebung, sodass die anderen Tiere es regelmäßig aufsuchen können. Beruhigende Pheromone können ebenfalls dabei helfen, eine entspannte Wiedereingliederung zu gestalten.
  • Machen Sie gemeinsame Spaziergänge mit Ihren Hunden. Eine normale gemeinsame Aktivität in einer neutralen Umgebung kann dabei helfen wieder zu einander zu finden. Idealerweise sollte jeder Hund dabei mit einer einzelnen Begleitperson spazieren gehen.
  • Katzen können mit einer gemeinsamen Spielstunde werden oder bei einer gemeinsamen Mahlzeit mit einem eigenen Futternapf für jeden in ausreichender Distanz zueinander.
  • Hunde können mit bekannten Kommandos oder Tricks und der gleichzeitigen Gabe von Leckerlis bei der Zusammenführung abgelenkt werden.
  • Die 3-Sekunden-Regel: Es ist normal, dass Ihre anderen Haustiere das zurückkehrende Tier beschnuppern wollen, das neue ungewohnte Gerüche mitbringt. Zu langes Schnüffeln kann unangenehm für den Heimkehrer sein. Wenden Sie hierbei die 3-Sekunden-Regel an. Sollten die anderen Tiere länger als 3 Sekunden an dem Heimkehrer schnüffeln, erlangen Sie deren Aufmerksamkeit durch z.B. durch ein sanftes Händeklatschen oder Ansprechen mit deren Namen mit einer erhöhten Stimme. Versuchen Sie es mit Ruhe und vermeiden Sie Spannung. Rufen Sie sie für ein kurzes Spiel oder ein Leckerli zu sich.
  • Wenn Sie ein übersteigertes Interesse an dem Heimkehrer oder Anzeichen von Angst oder Stress feststellen, wie z.B. Erstarren auf der Stelle, langsame Schritte, verstecken, hochgezogene Lefzen, Knurren oder Fauchen, trennen Sie Ihre Tiere wieder voneinander und arbeiten Sie an einer mehr schrittweisen Wiedereingliederung.

Folgen Sie diesen Tipps und Sie sind schneller wieder in der Normalität, als Sie gucken können. Wie lange die Wiedereingliederung dauert, hängt von Ihren individuellen Haustieren und den Umständen ab. Manche Tiere brauchen nur wenige Minuten, andere Stunden bis teilweise 1-2 Tage, bis sie sich wieder mit dem Heimkehrer gut verstehen.


Medikamente stressfrei eingeben - So gelingt es

Wie gebe ich meinem Tier Medikamente - ohne Angst und Stress

Es wird Zeitpunkte in Ihrem Tierbesitzerleben geben, an denen Sie Ihrem Tier Medikamente verabreichen müssen. Das kann gleichermaßen stressvoll für Ihr Tier und Sie sein.

Hier ein paar tolle Tipps, wie Sie die orale Anwendung von Medikamenten bei Ihnen zu Hause einfacher und schöner angehen können:

  • Medikamente verstecken: Die meisten Tiere nehmen ihre Pillen oder Kapseln zu sich, wenn diese in einem schmackhaften Futter oder Leckerlies versteckt sind, wie Wurst, Käse oder spezielle Pasten für Hund oder Katze.
  • Die Tablette zerkleinern: Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob es okay ist, wenn Sie z.B. eine Tablette zerkleinern, um es unter das Futter oder ein Leckerchen zu mischen.
  • Versuchen Sie den 1-2-3 (4-5) Trick: Fertigen Sie 3-5 Leckerlies an, in dem nur in einem das Medikament ist. Geben Sie Ihrem Liebling zunächst 2 Leckerlies ohne Medikament, sodass es keinen Verdacht schöpft. Geben Sie dann das Leckerli mit dem Medikament, schnell gefolgt von einem weiteren ohne Medikament.
  • Wenn es die bittere Pille runter muss: Manche Medikamente haben eventuell einen starken/bitteren Eigengeschmack. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob man diese Pillen mit einem Geschmacksstoff oder Futter hüllen kann oder es möglich ist, die Tablette zu zerkleinern.

Gegebenenfalls kann man die zerkleinerte Tablette in eine leere Gelatinekapsel umfüllen, damit der Geruch und Geschmack minimiert werden.

Achten Sie darauf solche bitteren Tabletten nicht in Spezialfutter zu mischen, dass ihr Tier jeden Tag zu sich nehmen muss. Es könnte sonst dazu führen, dass er dieses später meidet.

Was ist mit äußerlichen Anwendungen von Medikamenten, wie z.B. Floh- und Zeckenmitteln, Ohrreinigern, Augentropfen oder die Verabreichung von Insulin-Spritzen?

  • Ablenkungs-Techniken: Hierbei hilft eine weitere Person, die z.B. eine Schüssel mit dem Lieblingsfutter über dem Kopf des Tieres bereithält, sodass Ihr Tier nach oben schaut. Wenn er dann was isst, verabreichen Sie die Tropfen.

Oder verteilen Sie etwas Thunfisch auf einem Tisch/der Arbeitsplatte und wenn Ihre Katze dann frisst, können Sie Floh-/Zeckenmittel in den Nacken träufeln.

  • Sollten die äußerlich Anwendung schmerzvoll wirken, Angst auslösen oder die Ablenkungstechniken nicht funktionieren, kontaktieren Sie uns gerne. Wir helfen Ihnen weiter, damit Ihr Tier eine möglichst schmerz- und angstfreie Erfahrung macht.

Sie können Ihrem Tier sogar beibringen, dass es Spaß macht Medikamente einzunehmen. Dies ist eine wichtige Erfahrung für Ihren Welpen oder Kitten, damit es später damit keine Herausforderungen gibt.

Wie kann ich das Tabletten-Training angehen?

  • Suchen Sie sich einen komfortablen Platz mit einem rutschfesten, bequemen Boden in einer ruhigen Umgebung aus, den Sie später immer wieder für Behandlungen zu Hause verwenden werden.
  • Gehen Sie regelmäßig, anfangs täglich, mit Ihrem Tier zu diesem „Behandlungsplatz“ und geben Sie ihm ein Leckerli, was es sehr gerne mag, aber nicht täglich bekommt. So zahlen Sie positiv darauf ein, dass Ihr Liebling diesen Platz und das Leckerli mit etwas Positiven verbindet. Manche Behandlungen werden später etwas von dem Positiven abknapsen. Deswegen sorgen Sie dafür, dass es genügend Tage gibt, an denen Ihr Tier nur Positives an diesem Platz erlebt.
  • Sobald Ihr Tier es liebt, an den „Behandlungsplatz“ zu gehen, starten Sie mit dem Tabletten-Training. Gehen Sie nah an das Gesicht ihres Tieres und geben Sie ihm nur noch kleinere Leckerlies. Wiederholen Sie das mehrfach.
  • Solange Ihr Tier keine Anzeichen von Angst oder Ablehnung zeigt, machen Sie damit weiter, indem Sie das Gesicht ihres Tieres Berühren indem Sie ein „C“ mit Ihrem Daumen und Zeigefinger bilden und Ihre Finger dann über die Nase Ihres Tieres oder bei Katzen über den Schnurrharren/Lippen platzieren. Geben Sie Ihrem Tier ein Leckerli für das Akzeptieren dieser Handhaltung. Wiederholen Sie es mehrfach.
  • Starten Sie damit, den Kopf Ihres Tieres sanft nach hinten zu drücken und belohnen Sie auch diese Aktion immer wieder mit einem Leckerli.
  • Als nächsten Schritt stabilisieren Sie die Nase/den Kopf mit einer Hand und kippen ihn zurück. Benutzen Sie Ihren Mittelfinger der anderen Hand, um die Spitze des Unterkiefers Ihres Tieres zu berühren. Belohnen Sie wieder mit Leckerlies.
  • Dann nehmen Sie ein erbsengroßes Leckerli zwischen Ihren Daumen und Zeigefinger und kippen Sie mit der anderen Hand den Kopf zurück. Tippen Sie mit dem Mittelfinger auf den Unterkiefer und wenn ihr Tier das Maul öffnet, geben Sie ihm das Leckerli
  • Wiederholen Sie diesen Prozess öfters, sodass sich das Maul immer weiter und länger öffnen lässt, immer gefolgt von einem Leckerli.

Von nun an wird Ihr Tier eine Tablette viel relaxter zu sich nehmen, besonders wenn Sie zusätzlich die oben genannten Techniken anwenden.


Maulkorbtraining - Warum der Maulkorb ein positives Image verdient

Maulkorbtraining leicht gemacht

Warum ist Maulkorbtraining wichtig?

  • Ruhiges und kooperatives Anlegen und Tragen eines Maulkorbes ist eine sehr wichtige Fähigkeit für jeden Hund.
  • Das Anlegen des Maulkobes zu trainieren ist essentiell. Nur dann kann sich Ihr Hund an diesen gewöhnen und diesen akzeptieren, wenn ein Maulkorb benötigt wird.
  • Ein Maulkorb ist ein wichtiges Hilfsmittel, damit Verletzungen während der Behandlung beim Tierarzt oder bei Ihnen zu Hause vermieden werden können.

Welchen Maulkorbtyp empfehlen wir?

  • Korb-Maulkörbe: diese sind typischerweise aus Hartplastik oder halbflexiblem Material gemacht, haben mehrere Öffnungen vorne und an den Seiten, sodass Ihr Hund trinken, fressen und Hecheln kann.
  • Hunde mit einem flachen Gesicht (z.B. Möpse oder Bulldogen) benötigen Spezial-Maulkörbe. Alternativen sind: Luft-Maulkörbe oder Halskragen

Schritt 1: Vertrauen schaffen und Interesse wecken

  • Präsentieren Sie den Maulkorb auf einer Entfernung, die Interesse Ihres Hundes für den Maulkorb weckt (z.B. die Entfernung wie beim Werfen eines Spielzeuges), ohne ihn damit zu überraschen oder zu erschrecken.
  • Halten Sie den Maulkorb an der gleichen Stelle in Ihrer Hand, anstatt ihn auf den Hund hinzubewegen.
  • Erzeugen Sie ein Positiv-Erfahrung für Ihren Hund, wenn er sieht, dass Sie den Maulkorb in der Hand halten. Verbinden Sie den Maulkorb mit dem Geben von Leckerlis oder dem gleichzeitigen Spielen mit einem seiner Lieblingsspielzeuge.
  • Machen Sie während des Trainings kurze Pausen von 30 bis 60 Sekunden, in den Sie den Maulkorb außer Sichtweite von Ihrem Hund haben (z.B. hinter dem Rücken). Wenn der Maulkorb versteckt ist, enden automatisch auch die Leckerlis oder das Spielen, sodass ihr Hund lernt, dass nur etwas Positives passiert, solange der Maulkorb sichtbar ist.
  • Wenn das Training zu Ende ist, verstauen Sie den Maulkorb außer Sichtweite für Ihren Hund.

Schritt 2: Machen Sie das Tragen des Maulkorbes schmackhaft

  • Verteilen Sie ein weiches Leckerchen (z.B. Leber-/Teewurst) außen an den Rändern des Maulkorbes, wo später die Nase und das Maul Ihres Hundes sein werden. Weitere Leckerlis können Sie durch den Maulkorb geben oder zur Unterstützung in der Hand haben, mit der Sie den Maulkorb festhalten.
  • Halten Sie den Maulkorb fest in Ihrer Hand oder zwischen Ihren Knien fixiert, sodass Ihr Hund sich selbstständig dem Maulkorb nähern kann. Führen Sie den Maulkorb niemals von sich aus in Richtung Ihres Hundes!
  • Sollte Ihr Hund misstrauisch sein, wenn Sie den Maulkorb in der Hand halten, starten Sie damit den Maulkorb anfangs auf dem Boden zu platzieren. Befestigen Sie eine Leine an den Maulkorb, sodass Sie Ihn einfach zu sich heranziehen können und neue Leckerlis am Maulkorb verteilen können. Zusätzlich können Sie ein paar Leckerlis auf dem Weg zum Maulkorb auf dem Boden verteilen (wie bei Hänsel und Gretel). Wenn Ihr Hund sich dann an den Maulkorb gewöhnt hat, können Sie ihn in der Hand präsentieren.

Schritt 3: Wie Sie Ihrem Hund beibringen, die Nase in den Maulkorb zu stecken

  • Steigern Sie die Lust Ihres Hundes, die Nase in den Maulkorb zu stecken und zu behalten, in dem Sie ihm immer ein Leckerli durch die vordere Öffnung geben, sobald er die Nase in den Maulkorb steckt. Wiederholen Sie das mehrfach. Der Maulkorb wird während dessen nie am Hund befestigt!
  • Geben Sie am Anfang viele Leckerlis in kurzen Abständen. Verlängern sie die Abstände, sobald Ihr Hund sich komfortabel im Maulkorb fühlt. Zum Anfang in 1 bis 2 Sekunden Intervallen, dann verlängern Sie die Zeit bis zum nächsten Leckerli. Sobald die Zeitspanne länger ist, können Sie in unterschiedlichen Zeitabständen eine Belohnung geben.
  • Sobald Ihr Hund die Nase aus dem Maulkorb entfernt, stoppen auch die Leckerligaben und starten wieder, wenn sich die Nase in die Richtung der Maulkorböffnung bewegt
  • Sobald dieser Prozess sich etabliert hat, fangen Sie damit an, Leckerlis durch den Maulkorb zu geben, wenn ihr Hund neben Ihnen läuft.

Schritt 4: Das Anlegen des Maulkorbs

  • Sobald Ihr Hund sich daran gewöhnt hat, den Maulkorb über seiner Nase zu haben, starten Sie damit, die Riemen locker zu schließen und ihn den Maulkorb für kurze Zeit tragen zu lassen.
  • Versichern Sie sich, dass sich Ihr Hund wirklich wohl fühlt mit dem Schließen des Klipps bzw. der Schnallen und den dazugehörigen Geräuschen, bevor Sie die Riemen fester anziehen. Üben Sie das Schließen und Öffnen des Maulkorbs, ohne dass er sich am Hund befindet oder Ihr Hund den Maulkorb sieht und geben Sie dabei Leckerlis. So gewöhnt er sich leichter an die Geräusche.
  • Bei den ersten Malen ist es gut, wenn Sie noch eine weitere Person als helfende Hand dabeihaben. Einer, der den Maulkorb über der Nase des Hundes hält und dabei Leckerlis gibt, während der andere den Maulkorb verschließt und an den Hundekopf anpasst, sodass er nicht verrutschen kann.
  • Als Alternative können Sie die Riemen schon vorher locker verschließen, sodass sie einfach über den Hundekopf zu ziehen sind. Mit der einen Hand halten Sie vorne den Maulkorb und geben ggf. durch die Öffnung Leckerlis und mit der anderen fixieren Sie die Riemen.
  • Zum Anfang lassen Sie die Riemen noch etwas lockerer und unterstützen den Maulkorb mit der Hand. Später können sie ihn gut sitzend am Hundekopf befestigen und dann für immer längere Zeiträume am Hund belassen.
  • Belohnen Sie Ihren Hund immer wieder, wenn Sie den Maulkorb an- und ablegen, ggf. auch während er am Kopf befestigt ist.

Schritt 5: Tragen des Maulkorbs

  • Verbinden Sie das Tragen des Maulkorbs anfangs mit den Lieblingsaktivitäten und belohnen Sie in kurzen Abständen mit Leckerlis. Dann verlängern Sie die Zeitabstände zwischen den Belohnungen.
  • Halten Sie die Tragezeiten des Maulkorbes am Anfang kurz. Dann können Sie die Dauer langsam steigern.
  • Vermeiden Sie es, den Maulkorb nur während stressiger Situationen anzulegen. Verbinden Sie den Maulkorb immer wieder mit etwas Positivem, wie Spielen und Leckerlis, die Ihr Hund gerne mag.

Weitere Hinweise:

  • Der Wohlfühlfaktor und Komfort während des Maulkorbtrainings und -tragens sind essentiell. Ignorieren Sie niemals Signale von Stress und drängen Sie Ihren Hund auch nicht bei den Trainingseinheiten. Lieber in kleinen Schritten, dafür regelmäßig.
  • Sollte Ihr Hund Angst, Abneigung oder Aggressivität während des Trainings oder Tragens zeigen, suchen Sie professionelle Hilfe (z.B. einen Hundetrainer) auf.